Jean Laurent Koné Zie

Geboren 1979 in Boundiali, Côte d’Ivoire Lebt und arbeitet in Abidjan, Côte d’Ivoire

Der Künstler Jean Laurent Koné Zié lebt und arbeitet in Bingerville, einem Vorort der Wirtschaftshauptstadt Abidjan in der Elfenbeinküste. Koné Zié’s Werk ist stark von der materiellen und immateriellen Kultur Afrikas inspiriert. Das Hauptthema seiner Arbeit ist die Beziehung des Menschen zur Gesellschaft, Gemeinschaft und Spiritualität in Afrika. Er selbst beschreibt seine Intention wie folgt: "Ich versuche, die Bedeutung meiner Kultur durch meine Schöpfungen zu zeigen. Ich glaube, dass wir als Afrikaner das Fundament für die Entwicklung der afrikanischen Länder sind. Als Künstler muss ich die Menschen begleiten, bilden und für wichtige Themen sensibilisieren".

Viele der Gemälde von Koné Zié zeigen Gruppen oder sogar Menschenmengen, aber die Position, die der Künstler einzunehmen scheint, ist nicht die eines bevormundenden Beobachters, der glaubt, dass die Gesellschaft erzogen werden muss, sondern die eines sensiblen und mitfühlenden Mitglieds dieser Gesellschaft, der diese in ihrer ganzen Vielfalt, Komplizenschaft und Verschiedenheit sieht und ihre Tücken und ihre Schönheit anerkennt. Andere Themen, mit denen er sich beschäftigt, sind die Beziehungen zwischen Ehepartnern oder zwischen Kindern und Müttern. Die Komplexität dieser Beziehungen zeigt sich in den Interaktionen zwischen den Personen, die er malt - manchmal scheinen sie miteinander zu kommunizieren, manchmal weichen sie einander aus und wenden sich ab.

Seine Maltechniken und die Auswahl der Medien entspricht der Komplexität seiner Sujets. In seinem Werk kombiniert er semi-abstrakte und semi-figurative Bildtendenzen mit traditionellen Dogon-Skulpturen und Senoufo-Statuen sowie verschiedenen grafischen und floralen Mustern, manchmal inspiriert von afrikanischen Wachs und Pagne-Stoff. Die Oberflächen setzen sich aus vielen Fragmenten - Papierschnitten, Zeitschriften, Stoff - zusammen, die eine Gesamtkomposition bilden. Seine vielschichtigen Gemälde bieten eine Simultaneität von Bildern und Bedeutungen, die zu einem kontinuierlichen Diskurs untereinander und mit dem Betrachter führen. In jeder Ansicht nimmt das Auge die eine oder andere Schicht auf und entdeckt ein neues Detail. Seine Inspiration stammt vom französischen Künstler Dubuffet, als auch von der ersten ivorischen Malergeneration nach der Unabhängigkeit (Vohou-Vohou, James Houra, Stenka).

Er schloss sein Studium 2003 an der ENBA (École Nationale des Beaux-Arts) in Abidjan ab und hält außerdem einen Bachelor in Kunstgeschichte und Archäologie der Universität Abidjan. 1998 hatte Koné Zie seine erste Ausstellung im Museum von Korhogo, seine Gemälde werden regelmäßig lokal und international ausgestellt, und seine Werke sind in bedeutenden Sammlungen vertreten, z.B. in der Sammlung Imago Mundi - Luciano Benetton.

Lebenslauf