Atowla & Uriel Montúfar

28.07.2021 - 25.08.2021

Anlässlich des 200. Jubiläums der Unabhängigkeit Perus präsentiert die Galerie Melbye-Konan zusammen mit dem Generalkonsulat von Peru in Hamburg vom 28. Juli bis zum 25. August 2021 eine Duo-Ausstellung auf 230m2 in ihren Räumlichkeiten am Hamburger Jungfernstieg. Peru feiert seine Unabhängigkeit mit großem Vertrauen, Hoffnung und Optimismus auf die vorliegende Zukunft des Landes. In diesen zweihundert Jahren hat die Republik einen langen Weg zurückgelegt und ist stolz auf ihre tausendjährige Vergangenheit, die durch europäische, arabische, asiatische und afrikanische Beiträge bereichert wurde. Die Ausstellung ‘Atowla & Uriel Montúfar’ will die Bedeutung des kulturellen Synkretismus im heutigen Peru und eine Anerkennung des Beitrags der afrikanischen Einflüsse zu den verschiedenen Bereichen der kulturellen Entwicklung Perus repräsentieren.

Peru ist Teil einer tausendjährigen Vergangenheit kultureller Einflüsse. Vom 13. bis zum 16. Jahrhundert herrschte das indigene Reich der Inka, welches von über 200 unterschiedlichen ethnischen Gruppen geprägt war, über weite Teile des südamerikanischen Kontinents. Zur Zeit der größten Ausdehnung um 1530 umfassten die Inka ein Gebiet von rund 950.000 Quadratkilometern, ihr Einfluss erstreckte sich vom heutigen Ecuador bis nach Argentinien.

Die kolonialen Institutionen des spanischen Königreichs regierten drei Jahrhunderte lang ihr amerikanisches Territorium, darunter die heutige Republik Peru (1532-1821). In dieser Zeitspanne entstanden unter der Macht der Kolonialführer eine Vielzahl von Aufständen. Die Unabhängigkeitsideen einer demokratischen und integrativen Nation verbreiteten sich besonders im 18. Jahrhundert und wurden zuerst in zwei indigenen Revolten manifestiert.

Während der spanischen Kolonisation wurden circa 95.000 Afrikaner als Sklaven nach Peru gebracht. Die ersten Afrikaner kamen gemeinsam mit den spanischen Eroberern im Jahr 1532 und wurden als Soldaten in verschiedenen Kriegen zwischen den Spaniern und Einheimischen eingesetzt. Die Abschaffung der Sklaverei erfolgte über dreißig Jahre nach der Erklärung der Unabhängigkeit im Jahre 1854. Trotz der Verbote einer Vermischung der mitgebrachten afrikanischen Bräuche, kam es in Peru im Laufe der Zeit zu bestehenden Manifestationen des Synkretismus. Ein Beispiel für diese kulturelle Mischung sind die in den Anden existierenden afro-peruanischen Tanzgruppen.

Im November 2009 entschuldigte sich die peruanische Regierung offiziell bei der afro-peruanischen Bevölkerung für die Sklaverei. Die afro-peruanische Kultur wird aktuell als Teil der peruanischen Gesellschaft revitalisiert und etabliert.

Ausgestellt werden die Werke des peruanischen Fotografen Uriel Montúfar, dessen Bilder sich auf indigene Weltansichten und die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt beziehen, und die neuesten Porträts des ivorischen Malers Atowla, die sich in ihrer Technik und ihren Sujets an Fotografien orientieren. Der Dialog, der zwischen Montúfars und Atowlas Werken entsteht, ist ein Beispiel für die Bedeutung des kulturellen Synkretismus im heutigen Peru.

Der aufstrebende Künstler Atowla Kouadio (*1997, Côte d'Ivoire) studierte an der École Nationale des Beaux Arts in Abidjan und gewann bereits 2019 den Young Artists of the Future (JAA) Prize und den Peace and Environment Prize in Abidjan. Atowlas Gemälde ähneln Fotografien – beim Näherkommen entpuppen sich die Bilder als eine Konstellation von Punkten, die die Umrisse von Gesichtern bilden. Seine Arbeit hinterfragt die Macht der bildlichen Darstellung auf vielen Ebenen, von der Reproduktion historischer und ikonischer Bilder bis hin zum Phänomen des Social-Media-Zeitalters.

Uriel Montúfar (*1983, Cusco, Peru) ist leidenschaftlicher Fotograf und Umweltanwalt. Er wurde als Quechua geboren und ist als Teil der Aymara aufgewachsen. Seine persönliche Verbindung zu diesen indigenen peruanischen Gruppen spielt eine große Rolle in seinen Fotografien. Montúfar bezieht sich in seinen Bildern sowohl auf den Kapitalismus, als auch die fortschreitenden Auswirkungen der Industrialisierung auf unsere Umwelt. Der Fotograf wurde unter anderem von UNESCO im Rahmen der Projekte zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes bei den Sony World Photography Awards ausgezeichnet.