Handelsblatt
Furchtlos und neugierig: Die neue Generation von Galeristen von Deutschland

Gerade mal ein gutes Jahr alt ist die Hamburger Galerie Melbye-Konan. Die Galeristin mit dem Schwerpunkt auf zeitgenössische afrikanische Kunst konnte ihren Markteintritt mit einem Coup überregionale Aufmerksamkeit verleihen. Einer ihrer Künstler, Yeanzi, wurde für den Pavillon der Elfenbeinküste auf der Biennale in Venedig ausgesucht. Das gab ihr sofort Auftrieb. Stella Melbye-Konan hat ihre Galerie vergrößert und residiert jetzt in der Nähe der Außenalster.
Zum Konzept der Kunsthistorikerin, die auch Kommunikation studiert hat, gehört, nicht mehr als ungefähr zehn Bilder zu zeigen. Ihr Ehemann Jean-Claude unterstützt sie bei der Galerie-Arbeit. Instagram ist auch bei ihr ein wichtiger Kommunikationskanal, neben Anzeigen, Publikationen und Dinner-Veranstaltungen für ihre Sammler. Das bindet ihre Zielgruppen auf sehr persönliche Art.
Via Instagram verkündete kürzlich ein in Stempelform flackerndes „Sold Out“ den Ausverkauf ihrer jüngsten Ausstellung mit Arbeiten von Atowla. Dass sie einer Art von Marketing viel abgewinnen kann, vor dem sich viele scheuen, ist nicht zu übersehen. Die Aufmerksamkeitsökonomie, also Sichtbarkeit in der schlicht überbordenden Zahl von Angeboten zu erzeugen, treibt ihre Blüten. Wie schön die sind, wird das Publikum entscheiden.